Der Smartwatch-Markt im schnellen Überblick - Hack The Mac

Der Smartwatch-Markt im schnellen Überblick

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Fitbit kauft Pebble. Was wie eine Marktbereinigung aussieht, zeigt den Umbruch im Markt für Smartwatches. Dieser Wandel wird auch Apple erfassen. Wir eruieren in unserem Beitrag, welche Modelle den Smartwatch-Markt derzeit bestimmen, wo die Ursprünge liegen und wie man sich als Konsument in der nahenden Zukunft am besten verhält. Denn sicher ist: Es wird einen Wandel geben. 

Pebble ist Geschichte. Im Dezember wurden die Unterstützer der letzten Kampagne für Pebble 2, Pebble Time 2 und Pebble Core sowie die noch nachgelegte Pebble Time 20 über Kickstarter informiert, dass die weitere Entwicklung der Hardware eingestellt werde. Pebble würde nebst Teilen der Mannschaft von Fitbit übernommen. Erste Chargen der neuen Pebble 2 waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgeliefert. Weitere Lieferungen sollten jedoch nicht mehr erfolgen. Vielmehr bekäme man von Kickstarter und bis Ende März 2017 sein Geld zurückerstattet.

Pebble Core

Ein persönliches Bekenntnis des Autors: Ich habe die erste Pebble auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter unterstützt und dann – auch wegen Schwierigkeiten bei der Einfuhr in die EU – ein Jahr auf die Smartwatch mit E-Ink-Display warten müssen. Daher sollten im vergangenen Jahr die neuen Modelle Time 2 und Core ein würdiges Upgrade darstellen.

Das plötzliche Ende für Pebble kam ein bisschen überraschend. Wenn man sich jedoch die Entwicklung bei Pebble seit der Apple-Ankündigung für die Apple Watch im September 2014 anschaut und gleichzeitig auf die Entwicklungen bei den Fitness-Trackern sieht, dann überrascht es eigentlich doch nicht. Apple spielt die Konkurrenz mit einem – aus Sicht des Pebble-Nutzers – schlechteren Produkt an die Wand. Das ist schade, denn die Pebble Core – quasi der neue iPod shuffle mit GPS und GSM und Alexa mit einer Anbindung an die Lauf-App Runkeeper in einem – wäre sicher ein interessantes Gerät gewesen. Die Time 2 wäre auch im Vergleich zur Ur-Pebble eine deutliche Verbesserung gewesen.

Jetzt sind alle Pebble-Uhren auf ihrem Status quo eingefroren – wenn etwa ein iOS-Update künftig Funktionen der Pebble beschränkt, dann dürfte es das für Apple-Fans gewesen sein: Für iOS 11 oder bei einer Einführung von Bluetooth 5 mit einem künftigen iPhone gibt es keine Garantien, dass Pebble weiter laufen wird. Ohnehin gibt es schon jetzt keine Garantieleistungen mehr auf Pebble.

Kick-off

Bei allen Erfolgen auf Kickstarter zeigt die Pebble-Story, dass es eben nicht reicht, ein Produkt erfolgreich auf einer Crowdfunding-Plattform zu platzieren – und dann noch einmal und dann noch einmal. Im Mai 2012 ging Pebble bei Kickstarter förmlich durch die Decke: Man hatte 10 Millionen US-Dollar ein-, aber auch die Verpflichtung angenommen, 70.000 Uhren zu bauen. Dabei gab es einige Verzögerungen.

2014 war für Pebble dann aber das Jahr des Wachstums. Man verkaufte 1 Million Smartwatches und verdreifachte sein Personal auf über 100 Mitarbeiter. Kurz bevor Apple die ersten Bestellungen für Apple Watch annahm, startete Pebble im Februar 2015 die zweite Kampagne und nahm mit 20 Millionen US-Dollar doppelt so viel ein wie mit der ersten. Verwöhnt von den Erfolgen – auch bei Kickstarter – stellte sich dann ab Herbst 2015 die Ernüchterung ein, weil die neue Pebble Time sich in den Läden nicht so gut verkaufte. Pebble nahm Investoren mit an Bord und Schulden auf und schlug sogar ein Übernahmeangebot des japanischen Uhrenbauers Citizen für 740 Millionen US-Dollar aus.

Im März 2016 erfolgten daher bei Pebble erste Einschnitte: 25 Prozent der Mitarbeiter mussten gehen. Zugleich wurde ein Strategiewechsel mit einer Refokussierung auf den Fitnessmarkt eingeleitet. Das erste Ergebnis davon war die „Open Health“-Initiative als Vision einer Reihe von Gesundheits- und Fitnessangeboten für Pebble Smartwatches im Juni 2016. Aber die neuen Uhren aus der dritten Kickstarter-Kampagne sollten bis auf einige wenige Pebble-2-Modelle schon nicht mehr zur Auslieferung kommen.

Apple Watch

Etwa zeitgleich mit der Präsentation der Apple Watch Series 2 holten die Schulden aus dem Vorjahr den Smartwatch-Pionier ein. Das dritte Funding steht bei 12 Millionen US-Dollar von 66.000 Unterstützern. Mit der Series 2 setzt Apple ebenfalls auf Fitness und Sport durch GPS und Wasserfestigkeit. War die erste Apple Watch noch darauf ausgelegt, den Nutzen des iPhone zu verbessern, weil das Display der Watch den Griff zum iPhone erspart, kommt Apple Watch Series 2 mit GPS deutlich eigenständiger daher. Im direkten Vergleich kann sich Pebble einfach nicht behaupten gegen die Marktmacht und das Marketing von Apple, obwohl die Batterielaufzeit immer noch überlegen ist. Ohne GPS in der Pebble-Uhr schwinden jedoch die Marktchancen.

Pionierleistungen

Bei Fitbit scheinen die Talente von Pebble gut aufgehoben zu sein – immerhin finden zwei Pioniere zueinander: Fitbit ist Vorreiter bei den Fitness-Trackern, Pebble bei den Smartwatches. Zwischen GPS-Sportuhr, Smartwatch und Fitness-Tracker sind die Übergänge fließend. Daher darf man gespannt sein, wie viel Pebble in künftigen Wearables von Fitbit stecken wird. Sicherlich wird es sich um ein Gadget mit Armband handeln, denn im Januar 2017 kaufte Fitbit noch ein weiteres Smartwatch-Start-up hinzu. Dabei handelt es sich um Vector Watch aus Rumänien, deren Smartwatch mit satten 30 Tagen Akkulaufzeit aufwartet.

Für die Entwicklung neuer Tracker und Uhren dürfte es also spannend werden, denn die lange Akkulaufzeit von Vector, die Erkennung von Bewegungsmustern von Fitbit und smarte Apps von Pebble, die mit wenig Speicher auskommen, lassen vor dem geistigen Auge eine ideale Smartwatch entstehen.

Apple Watch 3

Die Zeit steht nicht still. Und so dürfte Apple für die nächste Generation der Apple Watch auf jeden Fall einige Trümpfe in der Hinterhand haben. Gerüchte über OLED-Displays kursieren für das iPhone 8, könnten aber auch der nächsten Apple Watch gut stehen. Alternativ wäre die Micro-LED-Technologie denkbar. Ergänzend hält Apple Patente für smarte Armbänder, die als Akku dienen. Display, Speicher und Akkulaufzeit heißen die Baustellen bei Apple. Siri, Selfies und FaceTime weitere.

Dennoch dürften sich künftige Apple-Watch-3-Modelle an den Fitness-Features orientieren, die es noch zu verbessern gilt: schnelleres und zuverlässigeres GPS zum Beispiel. Oder eine eigene LTE-Anbindung in der Uhr, um in der täglichen Anwendung noch unabhängiger vom iPhone zu werden. Denkbar wäre auch ein runder Formfaktor – wie bei der Pebble Time Round. Der Pionier hat es vorgemacht. Das muss ja nicht verkehrt sein.

Smartwatch-Wünsche

Die aktuellen Marktzahlen sehen Apple im vergangenen Jahr als Marktführer bei den Smartwatches mit 49 Prozent Anteil. Zugleich verraten die Zahlen aber auch, dass Apple beinahe jede zweite Uhr im Weihnachtsquartal verkaufte: 5,2 Millionen Einheiten von insgesamt 11,6 Millionen. Im Vergleich zum Vorjahr 2015 ist der Markt sogar leicht rückläufig und wird auf 13,6 Millionen Apple-Uhren geschätzt, denn Apple selbst gibt ja keine Zahlen heraus.

Der iPhone-Hersteller wird sich daher – so unsere Einschätzung für das Smartwatch-Jahr 2017 – auf das letzte Quartal im Kalenderjahr konzentrieren, sodass die Apple Watch 3 im Sommer wieder in den Fokus rückt. Denn zur WWDC wird Apple einen Ausblick auf neue Software-Funktionen geben. Die Hardware folgt dann zusammen mit einem neuen iPhone 7s im September.

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Alternativen zur Pebble

Apple Watch Series 2: Wasserdicht, GPS sowie ein Betriebssystem, das Apple beständig weiterentwickelt, sind die bekannten Merkmale der aktuellen zweiten Serie der Apple Watch. Da die Smartwatch mindestens so viel können will wie ihr aktiver Träger, hält der Akku immerhin einen Tag.

Fitbit Surge: Getragen als Fitnesstracker, hält der Fitness Surge eine komplette Woche durch. Die automatische Erkennung von körperlichen Aktivitäten wie Laufen, Radfahren und Cardio-Training gehört zu den Besonderheiten. Allerdings steigt der Fitbit Surge nicht mit ins Schwimmbecken – sie ist zwar wasserfest, aber nicht -dicht.

Garmin Vívoactive HR: Als Sport-GPS-Smartwatch bringt die Garmin Vívoactive HR sowohl die automatische Aktivitätserkennung für Gehen, Laufen, Radfahren und Schwimmen als auch Benachrichtigungen vom iPhone ans Handgelenk.

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