Siri: So müsste Apple seine Sprachassistentin verbessern - Hack The Mac

Siri: So müsste Apple seine Sprachassistentin verbessern

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Im Vergleich zur neuen Generation der Sprachassistenten stagniert Siri. Nutzer von Apples Sprachassistentin verwenden das Programm nach wie vor hauptsächlich für einfache Aufgaben und fast nie für komplexe Anfragen. Grund hierfür sind aber nicht einfach Siris Unzulänglichkeiten, sondern dass Apple in eine Falle getappt ist, indem es die falschen Prioritäten bei der weiteren Entwicklung Siris gesetzt hat. Dies sollte sich schleunigst ändern, soll Siri nicht von Alexa, Viv und dem Google Assistenten abgehängt werden.

Apples Siri war eine Revolution als das Unternehmen den Sprachassistenten einführte. In den folgenden Jahren wurde Siri für die meisten Nutzer aber nicht zum ultimativen Interaktionswerkzeug, wie viele gedacht hatten. Stattdessen greifen die meisten Nutzer gar nicht oder nur selten auf Siri zurück; meistens auch nur für einfache Fragen und Aufgaben wie Wetterinformationen oder den Start eines Anrufs. Und nun wird es für Siri auch noch deutlich schwieriger. Denn die Konkurrenz hat nicht geschlafen und mit Alexa, dem Google Assistenten und Viv Künstliche Intelligenzen entwickelt, die Siri in vielerlei Hinsicht überlegen sind. Siri sticht nicht mehr heraus, sondern fällt sogar zurück. Warum ist das aber so? Schließlich hatte Apple ursprünglich einen großen Vorsprung, den Google Now und Cortana zwar verkleinern, aber nie vollständig eliminieren konnten und auf den Apple immer weiter hätte aufbauen können sollen. Die neue Generation der Sprachassistenten lässt Siri aber nun im Schatten stehen.

Ein etwas genauerer Blick auf Siri und wie die Sprachassistentin verwendet wird, kann uns die Ursache für Siris Stagnation liefern: Nutzer verwenden Siri in erster Linie für sehr einfache Aufgaben. Sehr beliebt ist Apple zufolge die Frage nach Wetterinformationen und nach Sportergebnissen. Auch Anrufe werden gerne über Siri gestartet und in vielen Fällen schreiben Nutzer via Siri auch eine iMessage, tragen einen Kalendertermin ein oder steuern Musik. Darüber hinaus nutzen Anwender Siri aber nur für sehr wenige Aufgaben und nur sehr selten für komplexe Anfragen, obwohl Siri diese durchaus erledigen könnte. Dieses Verhalten kommt aber nicht von ungefähr. Schuld ist Siri selbst.

Nutzer erhalten von Siri negatives Feedback bei komplexen Anfragen

Teilweise schrecken Kunden vor komplexen Siri-Befehlen zurück, weil wir uns noch nicht daran gewöhnt haben, in einem Konversationsstil mit einem Computer zu kommunizieren. So paradox es klingt, es ist „natürlicher“ mit einer Maschine wie mit einer Maschine zu sprechen, also im kurzen, klaren aber auch limitierten Befehlston und nicht mit einer komplexen Anfrage, wie es die meisten anspruchsvolleren Aufgaben erfordern würden. Ein weiteres und vielleicht gravierenderes Problem ist aber Siris Umgang mit Anfragen, die es nicht korrekt versteht. Zwar erwartet niemand, dass Siri immer richtig erkennt, was der Nutzer eigentlich will. Es gäbe aber Wege und Möglichkeiten, dies etwas zu verschleiern und für den Anwender angenehmer zu gestalten. Denn seit Jahren kommt von Siri als Feedback „Das habe ich nicht verstanden“ oder „Das habe ich im Internet gefunden“, auch wenn das Suchergebnis nichts mit der Anfrage zu tun hatte. Das schreckt Nutzer aber ab, da es eine negative Feedback-Schleife schafft. Beim Nutzer entsteht der Eindruck, dass er selbst einen Fehler gemacht hat. Die Konsequenz ist, dass er komplexe Fragen nicht mehr stellen wird. Dabei ist Siri auch derzeit schon dazu in der Lage, komplexere Anfragen durchaus zu verstehen, vorausgesetzt diese sind richtig formuliert. Die richtigen Formulierungen will aber aufgrund des negativen Feedbacks kaum jemand herausfinden und somit lernen.

Google hatte dies bei Google Now deutlich besser gelöst. Zwar kann auch Google Now, nicht zu verwechseln mit dem Google Assistent, nicht besonders gut mit komplexen Anfragen umgehen. Das Nutzererlebnis ist aber deutlich besser, auch wenn die Kommunikation scheitert. Denn Google Now liefert nicht nur ein „falsches“ Suchergebnis, sondern bietet dem Anwender Feedback in Form einer weiteren Nachfrage. Es will beispielsweise wissen, ob der Nutzer dies auch wirklich so gemeint hat oder schlägt eventuell eine alternative Anfrage vor. Das gibt Anwendern ein Gefühl von Bestätigung und deutet zumindest einen Lerneffekt an, sei dieser nun beim Nutzer, der lernt ihre Fragen passender zu formulieren oder bei der Anwendung, die lernt Anfragen besser zu verstehen.

Apple ist bei Siri in eine Feedback-Falle getappt

Nun werkelt Apple in der Regel nicht einfach so vor sich hin, sondern arbeitet mit einer Vision. Und dieser Vision liegt bei Siri offenbar das Nutzerverhalten zugrunde. Denn Apple zufolge bestehen die mit Abstand meisten Anfragen an Siri aus einfachen Aufgaben. Komplexe Anfragen werden dagegen weltweit täglich nur einige hundert Mal gestellt. Apple hat sich offenbar deshalb dazu entschlossen, Siri für einfache Anfragen und Aufgaben zu perfektionieren und die Komplexeren etwas zu vernachlässigen. Schließlich werden diese weltweit kaum gestellt. Dies ist aber eine selbsterfüllende Prophezeiung. Denn wenn Siri komplexe Anfragen nicht oder nur schlecht versteht und kein positives Feedback für den Nutzer generiert, werden sie in Zukunft auch weniger oft gestellt.

Dabei weiß Apple eigentlich, wie man so ein positives Feedback schaffen kann, obwohl die Anwendung technologisch noch nicht weit genug ist. Dies ist Apple beispielsweise beim Touchscreen der ersten iPhone-Modelle gelungen. Damals waren alle Touchscreens schlecht und kaum jemand wollte sie verwenden. Apple hat es aber geschafft, die damaligen Limitierungen des Touchscreens zu umgehen, indem es sie mit Animationen und Latenzoptimierungen einfach wegkaschiert hat. Nutzer erhielten somit kein negatives Feedback der unzureichenden Technologie, die vor dem iPhone eigentlich niemand aus genau diesem Grund verwenden wollte. Ganz im Gegenteil. Die Touchscreens der ersten iPhone-Versionen schufen ein positives Feedback. Nutzer wollten den Touchscreen deshalb auch verwenden. Erst Jahre später konnte der Touchscreen dann auch ohne Tricks halten was Apple versprochen hatte – natürliche und intuitive Bedienung ohne Lags und sonstige Einschränkungen oder Ungenauigkeiten, ganz so als würde man mit echten Gegenständen interagieren und nicht mit virtuellen Buttons.

Fazit

Apple sollte dies deshalb auch bei Siri zur Entwicklungspriorität machen: Unzulänglichkeiten kaschieren und dem Nutzer positives Feedback geben, so dass er oder sie Siri auch für komplexe Aufgaben verwenden möchte. Apples aktuelle Strategie führt dagegen zu Stagnation bei der weiteren Entwicklung der Sprachassistentin, weil Nutzer dazu trainiert werden, nur einfache Anfragen zu stellen und Apple nur die einfachen Anfragen perfektioniert, weil Nutzer ja nur einfache Anfragen stellen.

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